KI-Sichtbarkeits-Ratgeber

GPTBot, OAI-SearchBot, PerplexityBot: welche KI-Crawler Sie besser nicht blockieren

Illustration: Ein Filter sortiert verschiedene KI-Crawler vor einer Website, einige dürfen passieren, andere werden abgewiesen.

Viele Website-Betreiber sperren „die KI-Bots“ pauschal aus, um ihre Inhalte zu schützen. Das klingt vernünftig, hat aber einen Haken: Genau die Crawler, die einen Betrieb in ChatGPT und Perplexity überhaupt erst empfehlbar machen, landen dabei oft im selben Aus wie die Trainings-Crawler. Wer die Bots auseinanderhält, trifft eine bewusste Entscheidung statt einer teuren Verwechslung.

Zwei Sorten KI-Crawler, ein entscheidender Unterschied

KI-Anbieter schicken nicht einen einzelnen Bot los. Es sind mehrere, und sie verfolgen verschiedene Ziele. Grob lassen sich zwei Gruppen unterscheiden:

Diese Trennung ist der Kern des Themas. Ein Betrieb kann sich aus dem Modell-Training heraushalten und trotzdem in den KI-Antworten sichtbar bleiben. Umgekehrt gilt: Wer alles sperrt, opfert die Sichtbarkeit für einen Schutz, den er vielleicht gar nicht bezweckt hat.

OpenAI: drei Crawler mit klaren Rollen

OpenAI betreibt laut eigener Dokumentation drei getrennte Bots, die sich in der robots.txt einzeln steuern lassen:

Die Botschaft ist eindeutig: GPTBot und OAI-SearchBot tun etwas Verschiedenes. Ein pauschales „OpenAI raus“ trifft beide.

Perplexity: Index-Crawler und Live-Abruf

Perplexity unterscheidet nach eigener Dokumentation ähnlich:

Wer PerplexityBot aussperrt, nimmt sich also die Chance, in Perplexitys Antworten als Quelle aufzutauchen, ohne dabei irgendein Training zu verhindern.

Google: Googlebot und Google-Extended

Bei Google liegt der Fall etwas anders, weil kein separater „Gemini-Crawler“ durchs Netz läuft. Stattdessen gibt es zwei Hebel:

Auch hier gilt die saubere Trennung: Wer sich per Google-Extended aus dem KI-Training heraushält, bleibt in der normalen Suche und ihren KI-Übersichten unangetastet, solange Googlebot Zugriff behält.

Der häufige Fehler und wie er entsteht

Sperrlisten für KI-Bots kursieren in Foren, in Sicherheits-Plugins und in vorkonfigurierten Server-Regeln. Oft stammen sie aus der Sorge, KI-Firmen würden Inhalte „abgreifen“. Übernommen wird dann eine lange robots.txt, die jeden bekannten KI-User-Agent auf Disallow setzt. Damit fliegen GPTBot und Google-Extended raus, was gewollt sein mag. Es fliegen aber auch OAI-SearchBot und PerplexityBot raus, was den Betrieb in genau den KI-Antworten unsichtbar macht, um die es hier geht.

Der Schaden bleibt lange unbemerkt, weil niemand einen Fehler sieht. Die Website funktioniert, die Google-Suche läuft. Nur die KI-Antwortmaschinen finden keinen Grund mehr, ausgerechnet diesen Betrieb zu nennen.

Für einen lokalen Betrieb wiegt das schwer. Wenn eine Kundin ChatGPT nach dem „Elektriker in der Nähe“ oder dem „Steuerberater für Selbstständige in Köln“ fragt, greift die KI auf ihre Suchfunktion zurück und zieht dafür Seiten heran, die der Such-Crawler erreichen durfte. Eine für die KI-Suche gesperrte Website kann die beste Leistung anbieten und bleibt in dieser Antwort trotzdem stumm. Der Wettbewerber, dessen Seite offen ist, wird genannt. Deshalb lohnt sich der Blick in die robots.txt gerade dann, wenn ansonsten alles zu funktionieren scheint.

So prüfen und steuern Sie Ihre robots.txt

Die robots.txt liegt im Wurzelverzeichnis Ihrer Domain und ist unter ihre-domain.de/robots.txt direkt im Browser aufrufbar. So gehen Sie vor:

Eine Konfiguration, die sich aus dem Training heraushält und für die KI-Suche offen bleibt, sieht zum Beispiel so aus:

User-agent: GPTBot
Disallow: /

User-agent: Google-Extended
Disallow: /

User-agent: OAI-SearchBot
Disallow:

User-agent: PerplexityBot
Disallow:

Ein leeres Disallow: bedeutet: nichts gesperrt, alles erlaubt. Wichtig bleibt die ehrliche Einordnung: robots.txt ist eine Bitte, keine technische Sperre. Seriöse Anbieter halten sich daran, und die nutzergetriebenen Abruf-Crawler wie ChatGPT-User oder Perplexity-User ignorieren die Datei ohnehin, weil ein Mensch den Abruf auslöst. Wer prüfen möchte, ob solche Details der eigenen Sichtbarkeit im Weg stehen, findet in der KI-Sichtbarkeits-Dokumentation jeden Befund mit Beleg.

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Quellen

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